Schweizerische
Interpretenstiftung SIS

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COVID-19
Information

COVID-19: Information & Hilfe

Erläuterungen zu der vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen im Bereich Kultur

Es gibt drei Wege für betroffene ausübende KünstlerInnen:

1. ERWERBSAUSFALL VIA KANTONALE AUSGLEICHSKASSEN / SVA

Selbständigerwerbende haben Anspruch auf die Entschädigung, wenn sie
• ihren Betrieb aufgrund der Verordnung des Bundesrates (Art. 6 Abs. 2 COVID-19-Verordnung 2) schliessen mussten;
• aufgrund einer kantonal angeordneten und durch den Bundesrat bewilligten Einschränkung einen Erwerbsausfall haben. Freiwilliger Verzicht ergibt keinen Anspruch;
• geplante Veranstaltungen wegen des Veranstaltungsverbots absagen mussten;
• ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen dürfen, aufgrund der Situation aber in finanzielle Notlage geraten sind (Härtefall-Regelung). Voraussetzung: Das AHV-pflichtige Einkommen 2019 liegt zwischen 10 000 und 90 000 Franken. Als Basis für die Entschädigung dient die aktuellste Beitragsverfügung des Jahres 2019

Ein Erklärvideo dazu findet man hier und weiterführende Informationen sowie das Gesuchsformular auf https://www.ahv-iv.ch/de/
Gewisse Ausgleichskassen haben ein eigenes Gesuchsformular erstellt, in diesem Fall ist das Formular der zuständigen Ausgleichskasse zu verwenden!

Die Entschädigung wird anhand des durchschnittlichen Einkommens aus der Zeit vor den COVID-Massnahmen berechnet wird. Falls man hier nach konkret ausgefallenen Veranstaltungen gefragt wird, geht es höchstwahrscheinlich nur darum zu bestätigen, dass man in der betroffenen Zeit auch tatsächlich gearbeitet hätte. Es wäre falsch, wenn die Ausgleichskasse euch Taggelder nur für die Veranstaltungstage bezahlen würde! Weist die Ausgleichskassen auch mit unserem Merkblatt darauf hin, dass das Taggeld für die gesamte Zeit auszuzahlen ist, wie dies auch in anderen Berufen der Fall ist.

ACHTUNG. Dieser Weg ist nicht zu verwechseln mit der konkreten Ausfallentschädigung (s.3.)!

2. NOTHILFE FÜR KULTURSCHAFFENDE

Suisseculture Sociale nimmt hier die Gesuche entgegen. Es geht um Soforthilfe für Kulturschaffende, die ihre unmittelbaren Lebenshaltungskosten nicht mehr decken können. Die Nothilfe beträgt höchstens 196 Franken pro Tag, sie muss nicht zurückbezahlt werden. Auch StudentInnen im künstlerischen Bereich können ggf Nothilfe beantragen. Gesuche können eingereicht werden bei

https://nothilfe.suisseculturesociale.ch/

Alle Kulturschaffenden mit Wohnsitz in der Schweiz, die hauptberuflich* tätig sind und von der Verordnung nicht explizit ausgeschlossen werden (siehe Erläuterungen zu Art. 2 der Covid-Verordnung Kultur) sowie eine Nothilfe benötigen, können ein Gesuch bei Suisseculture Sociale einreichen.

Dafür ist es nötig, auch ein Gesuch um Erwerbsersatz (EO) bei der https://www.ahv-iv.ch/de/ zu machen. Dies gilt auch für Kulturschaffende, die bisher nicht bei einer Ausgleichskasse formell als selbständig erwerbend gemeldet sind. Über die Gesuchstellung bei der EO muss Suisseculture Sociale informiert werden, eine schriftliche Bestätigung des EO-Gesuchs ist hingegen nicht nötig. Wenn bei jemandem bereits das EO-Gesuch explizit abgelehnt wird (nur das Gesuch!), dann soll er bei Suisseculture Sociale trotzdem einreichen, muss aber die Ablehnung des EO-Gesuchs begründen.

* Gemäss Art. 6 Abs. 2 Kulturförderverordnung: Alle, die mit ihrer kulturellen Tätigkeit mindestens die Hälfte des Lebensunterhaltes finanzieren oder mindestens die Hälfte der Normalarbeitszeit für die kulturelle Tätigkeit einsetzen

(Für Unternehmen gibt es ein vergleichbares Modell, in dem man aber ein zinsfreies Darlehen erhält, das zurückbezahlt werden sollte. Dafür wird NICHT Suisseculture Sociale verantwortlich sein.)

3. AUSFALLENTSCHÄDIGUNG VIA KANTONE

Hier kann man in seinem Wohnkanton konkrete Einnahmeausfälle melden und sollte bis zu 80 % davon kompensiert bekommen, wenn diese nicht bereits durch die Erwerbsersatz-Entschädigung gedeckt wurden (siehe 1. Erwerbsausfall). Die genauen Abläufe scheinen nicht in allen Kantonen gleich zu sein, hier sind noch Veränderungen, und hoffentlich auch Verbesserungen möglich.

Nach unserem Verständnis steht die Ausfallentschädigung auch Personen zu, die nicht formell selbständigerwerbend sind (siehe unten, FAQ, Frage 1). Entsprechend sollte sie auch zugänglich sein, ohne dass man vorher ein Gesuch um Erwerbsausfall oder Nothilfe gestellt hat. Falls euer Kanton das anders handhabt, verweist die Behörden bitte auf unsere Empfehlungen und Erläuterungen hier!

Hier sind die kantonalen Kontaktstellen:

https://www.sonart.swiss/de/news/alle-0/aktueller-stand-kantonale-anlaufstellen-fuer-ausfallentschaedigung-526/

https://www.bak.admin.ch/bak/de/home/themen/covid19/kantonale-anlaufstellen.html

Quelle: Sonart.swiss

Quelle: Erz.be.ch

Quelle: Erz.be.ch